Air BnB Katamaran Experience und ein entspanntes Wochenende in Den Helder

Seemannsgarn :-)
Seemannsgarn :-)

20.09.2019

Morgens

Sehr früh morgens.

Um 03.30h klingelt mein Wecker und ich begebe mich schlaftrunken in Richtung meines Badezimmers.

Ich muss bescheuert sein denke ich, freue mich aber noch viel mehr auf das bevorstehende Wochenende.

Es ist ein Stück zu fahren und da ich eh kein Langschläfer bin, ist es mir am Ende auch egal.

Um 10.00 h ist Treff im alten Marinehafen von Den Helder.

Dort warten Hans und Riet mit ihrem Katamaran auf uns.

Uns? Ganz genau. Ich reise mit meiner besten Freundin. (Na ja, halt so, wie man einen besten Freund hat)

Da sie in Bochum wohnt, muss ich also noch einen kleinen Schlenker durch das Ruhrgebiet drehen. Bin froh, dass ich mein Reisegepäck schon am Vorabend vollständig gepackt habe.

Also schnell ne Kanne Kaffee gekocht, ein paar Lebensmittel eingepackt und um 05.15 stehe ich vor der Haustüre in Bochum. Oben brennt Licht. Sehr gut. 3 Min. später steht sie mit ihrem Gepäck vor mir. Erstaunlich wenig, wie ich finde ;-)  Wir begrüßen uns und um 05.30h geht es in Richtung Den Helder.

Das Ruhrgebiet ist noch in nächtliche Schwärze getaucht, als wir auf die A40 in Richtung Duisburg fahren. Es fühlt sich gut an, zu zweit ein Wochenende zu verbringen.

Es ist schön, Erlebnisse und Eindrücke teilen zu können.

Wir kommen zügig voran und treffen um 09.00 am Marinehafen in Den Helder ein.

Das Wetter ist so lala. Stark bewölkt und leider kein, bis wenig Wind.

Da hatte Hans uns schon vorgewarnt. Apropos Hans. Er ist, wie wir später erfahren, auf dem "Wasser aufgewachsen" und ein wirklich feiner Kerl.

Kennengelernt haben wir ihn über die AirBnB Seite, als wir eine Übernachtungsmöglichkeit auf Texel suchten.

Leider war für unser Wochenende alles ausgebucht und so schauten wir uns in Den Helder um.

Und fanden nebenbei eine AirBnB Unternehmung, die er angeboten hat.

Am Ende des Artikels findet Ihr die Links. Sowohl zum Haus, als auch zu Hans.

Um zum Anleger zu gelangen, müssen wir ein Tor mit Zahlenschloss passieren.

Den Code hatte uns unser Skipper per SMS mitgeteilt. Gegen 09.45 begrüßen wir Hans und seine Frau Riet.

Später trifft noch ein amerikanisches Paar ein. Die Reisegruppe ist komplett und um 10.30 schmeißen wir die Leinen auf`s Boot und holen die Fender ein.

Bevor wir die Nordsee erreichen, müssen wir jedoch einmal geschleust werden.

Die Tore öffnen sich und es geht vorbei an riesigen Versorgungsschiffen für Ölbohrinseln, Schleppern und Militärfregatten.

Unter Deck befindet sich ein geheizter und gemütlicher Salon.

Griet bietet uns Kaffee an, den wir dankend annehmen. Wunderschön diese Geruchsmischung aus Seeluft und dem Duft nach frisch aufgebrühtem Kaffee. Hat sich allein deswegen jetzt schon gelohnt.

Als wir das offene Wasser erreicht haben hissen wir das Groß und die Genua in der Hoffnung, wenigstens ein bisschen Fahrt zu machen. Als der Diesel ausgeschaltet ist bewegen wir uns im Schneckentempo auf der Nordsee. Na egal. Der Weg ist das Ziel und wir reden und lernen viel.

Hans und Griet sind wirklich gute Lehrer und segeln seit über zwanzig Jahren bei Wind und Wetter auf dem Atlantik und der See vor Holland und Dänemark.

Thailändische Tomatensuppe auf holländischer Nordsee

Es wird Mittag und Griet zieht alle Register in der bordeigenen Kombüse.

Sie serviert uns eine wunderbar warme und selbstkreirte Tomatensuppe.

Würstchen, Kartoffelsalat und Brötchen.

Zum Nachtisch gibt`s Gebäck und Kaffee. Wie schön ist das denn? Draußen ist es echt ungemütlich und unter Deck duftet es nach Kaffee und Gebäck. Das könnte ich tagelang so weitermachen.

Wir erreichen kurze Zeit später den Hafen von Oudeschild auf Texel, wo wir einen 30 minütigen Landgang haben.

Quelle: Marine Traffic
Quelle: Marine Traffic

So ganz langsam spüre ich, dass die Kombination aus Mittagessen und zu wenig Schlaf dafür sorgt, dass ich mich am liebsten auf eine Bank legen und schlafen würde.

Der kleine Ort ist ganz schön voll, doch wir finden trotzdem ein gechilltes Plätzchen.

Dreißig Minuten lang schauen wir auf den Hafen und reden fast nicht. 

Einfach nur dazusitzen und sich berieseln zu lassen, das hat echt was.

Menschen die am Hafen flanieren, Kinder- und Möwengeschrei, salzige Luft und darin der Geruch nach Frittenfett...

Es geht wieder an Bord und Hans entscheidet, dass wir aus Zeitgründen per Motor nach Den Helder zurück müssen.

Der Grund ist das ablaufende Wasser und die damit sinkende Tiede.

Auf dem Hinweg mussten wir kurz vor Texel die Schwerter einziehen, sonst hätten wir Grund berührt. Der Tiefenmesser schwankte stellenweise zwischen 17m - 1,70m Wassertiefe.

Also schmeißen wir den Diesel an und machen uns auf den Weg.

Nach etwa einer Stunde laufen wir in Den Helder ein.

Wir machen fest und nach einer kleinen Feedbackrunde geht's zu unserer Air BnB Unterkunft, welche etwa 3 KM entfernt liegt.

Pünktlich um 17.00 erscheint unser Vermieter und wir werden freundlich begrüßt.

Ein ganzes Reihenhaus, mit Terrasse direkt am Wasser. Sehr modern, neu und geschmackvoll eingerichtet. Schöner wohnen fällt mir ein...

Viele Details in dem Haus sind liebevoll arrangiert. Alles ist blitzsauber und gemütlich.

Schade, dass wir nur so kurz bleiben...

Unser Wohnzimmer mit Kamin und Ausgang zur Terrasse
Unser Wohnzimmer mit Kamin und Ausgang zur Terrasse

Wir lassen uns in die Sitzgruppe auf der Terrasse fallen und genießen einfach nur den Moment. Der Tag war bisher anstrengend, aber sehr sehr schön.

Kaffee trinkend mit Blick auf  die Gracht, beschließen wir, dass wir Abends noch etwas essen wollen.

Nicht ganz so leicht in einem reinen Wohngebiet.  

Auf der Hinfahrt fiel uns ein Billardclub auf, der in unmittelbarer Nähe zu unserer Wohnung liegt.

Da wir am Abend keine Lust mehr auf einen großen Spaziergang haben, probieren wir unser Glück und statten dem Club einen Besuch ab.

 

Als wir den Laden betreten ist mein erster Gedanke: Krass, alles richtig gemacht.

Zu unserer Linken erstreckt sich ein großer Raum mit diversen Billardtischen. Zu unserer Rechten eine Theke. Der Laden ist um diese Zeit mäßig besucht und wir buchen uns einen Poolbillard-Tisch. 

Eine nette Bedienung kommt zu uns und wir bestellen ein Pils, Weißwein und etwas zu Essen. Wie unendlich gut dieses Bier nach einem solchen Tag schmeckt. 

Wir spielen an diesem Abend drei Runden und als wir uns um 23 .00 auf den Rückweg machen, sind wir satt, müde und glücklich. Der Tag war einfach nur schön und er klingt mit einem Glas Wein auf unserer Terrasse am Wasser aus.

Sonnenaufgang
Sonnenaufgang

21.09.2019

Wir sind Frühaufsteher und so wundert es mich nicht, dass ich meine Reisebegleitung um 07.00 auf der Terrasse antreffe, als ich aus meinem Schlafgemach im ersten Obergeschoss komme. Der Sonnenaufgang ist traumhaft.

Über Nacht sind alle Wolken verschwunden und wir trinken den ersten Kaffee des Tages am Wasser. 

Der Plan für heute:

Texel. Punkt.

Als wir uns gegen 09.00 zu Fuß auf den Weg zur Teso Fähre machen, wärmt die Sonne schon gut. Etwa fünfundvierzig Minuten später stehen wir am Kartenautomat und kaufen unser Ticket. Ich kann kaum glauben, dass zwei Personen für 5€ hin und zurück fahren. Das ist günstig.

Die Überfahrt dauert etwa zwanzig Minuten.

Als wir in Texel von Bord gehen, begeben wir uns zur Haltestelle des Inselbusses.

Ticketpreis: 3€ pro Person für eine Fahrt über die komplette Insel. Sensationell.

Wir steigen in De Koog aus. Einige Teile des Ortes erinnern mich doch sehr stark an den Ballermann.

Aber gut. Wir laufen Richtung Strand und nach einigen Metern nimmt die Menschenflut deutlich ab. 

Der Wind und die See sind einfach nur schön. Ich brauche nicht mehr. Könnte den ganzen Tag im Sand sitzen und das Meer anschauen. Auf den Lippen schmecke ich das Salz. Wir beschließen, den Rest des Tages in einer Strandbar zu verbringen. 

Es werden am Ende sechs Stunden sein, die wir dort sitzen, lesen, quatschen und die Seele baumeln lassen. 

Ein supernetter Kellner versorgt uns unterdessen mit Essen und Getränken.

Das passende Buch zum Ort und ein Glas Wein machen den Tag perfekt.
Das passende Buch zum Ort und ein Glas Wein machen den Tag perfekt.

Wenn ich über Texel schreibe, dann fällt mir immer wieder auf, wie schön es hier ist. Zudem mag ich die entspannte, freundliche und offene Art der Niederländer. 

Alles läuft entspannt. Übrigens auch bei der Anreise. Das Tempolimit sorgt weitestgehend für kontinuierlichen Verkehrsfluss. Keine Raser, die wie bescheuert auf der Überholspur angeschossen kommen. Aber zurück auf die Insel.

Am Nachmittag verlassen wir unsere Bar und legen uns noch ein wenig an den Strand. Die Sonne steht schon tief und erzeugt ein unglaubliches Glitzern auf der Meeresoberfläche. Und sie wärmt trotz des späten Datums im Jahr noch sehr schön.

Um 17.30  nehmen wir den Bus zurück zum Hafen und eine Stunde später befinden wir uns wieder in unserem Haus.

Wir verbringen den Rest des Abends mit einer weiteren Runde Billard und lassen den Abend auf der Terrasse ausklingen.

22.09.2019

Als wir am nächsten Vormittag die Heimreise antreten, sind wir uns sicher, dass das Wochenende zu kurz war. Wir kommen wieder.

Die Kosten

Haus AirBnB, Den Helder (2 Pers.) 198,10 €
Air BnB Erkundung, Katamaran ( 2 Pers.)   98,00 €
Fähre Texel (2 Pers.)   05,00 €
Inselbus ( 2 Pers.) Hin und zurück   12,00 €
Benzin  42,00 €
Gesamt 355,10 €
Gesamt pro Person 177, 55 €

 

Nicht eingerechnet sind die Kosten für Essen und Trinken.

Hier noch die Links des Hauses zum Katamaran von Hans und Griet, sowie Fähre, etc:

https://abnb.me/4tZz1ITVW1

https://abnb.me/2U0RPqaWW1

https://www.teso.nl/de/tickets/

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