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Hands on: Canon EOS-M 100 | Ist die kleine, spiegellose APS-C Kamera für Vlogger und Blogger zu gebrauchen? Mehr dazu in diesem Artikel.

Dreamteam: Die EOS-M 100 mit montiertem Objektivadapter und EF 50mm  f 1.8 STM
Dreamteam: Die EOS-M 100 mit montiertem Objektivadapter und EF 50mm f 1.8 STM

Im Oktober 2017 stellte Canon erstmals diese kleine, spiegellose Systemkamera mit EF-M Bajonett und einem 24 MP APS-C Sensor vor.

Diese Daten machten mich neugierig und so musste ich die Kleine mal näher unter die Lupe nehmen.

Die EOS mit dem 15-45 mm Kit Objektiv. Multipliziert man die Brennweite mit dem Crop Faktor  von 1,6, dann ergibt sich eine Brennweite von 24-70 mm, bezogen auf das Kleinbild Format.
Die EOS mit dem 15-45 mm Kit Objektiv. Multipliziert man die Brennweite mit dem Crop Faktor von 1,6, dann ergibt sich eine Brennweite von 24-70 mm, bezogen auf das Kleinbild Format.

Sie ist schon niedlich und wirklich kompakt.

Das ist der erste Eindruck, als ich die Kamera in Händen halte.
Das Kunstoffgehäuse ist wie gewohnt wertig verarbeitet und in Verbindung mit den EF-M Optiken bleibt die Kombination leicht und klein.
Viele Schalter sucht man vergeblich, da das um 180 ° klappbare Touchdisplay einen großen Teil der Funktionen übernimmt. Trotzdem findet man auf der Oberseite einen Modus-Wahlschalter für Automatik/Manuellen Mode/Video.
Weiterhin den Auslöser für Videoaufnahmen und das Wahlrad, welches multifunktional belegt werden kann.
Noch ein Wort zum Display:
Es löst mit ca. 1.040.000 Bildpunkten genügend hoch auf und unterstützt ganz modern Fingergesten, z.B. um in ein Bild herein zu zoomen. Jede und jeder, die/der ein Handy besitzt, kommt sofort damit klar.
Klappdisplay und ausklappbarer Mini Blitz
Klappdisplay und ausklappbarer Mini Blitz

Nach dem Einschalten ist die Kamera ohne weitere Verzögerungen betriebsbereit. Sehr gut gefällt mir der Touchfokus, bei Bedarf auch mit Auslösefunktion.

Einfach den Bildbereich abtippen, in dem fokussiert werden soll. Fertig. Geht rasend schnell. Die Größe der Schärfefelder ist einstellbar.

Apropos Einstellungen:

Ich fotografiere im RAW Format. Die Canon unterstützt dieses Format auch im Vollautomatik Modus. Das finde ich wirklich gut und ich kenne Kameras, da ist das nicht selbstverständlich.

Natürlich sind auch Kombinationen aus RAW und jpg möglich.

Weiterhin ist mir wichtig im manuellen Modus fotografieren zu können.

Auch das funktioniert dank des Touchdisplay sehr gut. Einfach die Funktion ( Blende, ISO, Zeit) anwählen und am Display oder Handrad einstellen. Nach einer kurzen Eingewöhnung sehr einfach.

Wer sich während der Aufnahme wichtige Infos einblenden möchte, kann das mit einem Druck auf die Info Taste machen.

Die Anzahl der eingeblendeten Informationen ist im Menu auswählbar. Ein weiterer Druck und man sieht wieder das normale Kamerabild ohne Info. Auch Gitterlinien sind einblendbar.

Ein kleines Manko der Kit Optik ist es, dass sie über keinen Auto/Manuell Fokusschalter verfügt. Allerdings lässt sich im Menu eine Kombination aus beiden Funktionen einschalten. Dank des Stepper Motors in der Optik ist es dann möglich, jederzeit manuell die Schärfe einstellen zu können.

Angezeigt wird dieser Mode anhand eines Kreises, mittig auf dem Display.

Eine elektronische Schärfekontrolle/Lupe kann im Menu eingestellt werden.

Zur Kenntlichmachung stehen die Farben Blau, Gelb und Rot zur Verfügung.

 

Hier mit Adapter und EF 50 f1.8 STM
Hier mit Adapter und EF 50 f1.8 STM

Für mich macht diese Kamera durchaus Sinn, da ich nicht immer meinen Spiegelreflexbody mit mir rumschleppe möchte.

Da ich Optiken mit  EF, bzw. EF-S Mount besitze, schaffte ich mir einen optionalen Adapter zur Montage am EF-M Bajonett an.

Gibt es von Meike für irgendwas um 30€.

Funktioniert super, obwohl ich anfangs skeptisch war, ob auch Dritthersteller Optiken damit klarkommen würden.

Ich kann keinen Unterschied feststellen.

Alles funktioniert ganz genauso, als hätte ich keinen Adapter montiert.

Natürlich erweitert man so auch kostengünstig die Palette der verfügbaren Optiken. Das hier abgebildete, lichtstarke EF 50 mm ist mein absolutes Lieblingsglas an der Kleinen. Es wiegt fast nix, fokussiert sehr schnell und ist knackscharf. 

Aber auch Zoomoptiken mit Stabi lassen sich hervorragend einsetzen.

Übrigens ist das mitgelieferte Kit Objektiv auch mit einem Stabi gesegnet.

 

Vlogger, Blogger und Fotografen


Die kleine Canon soll im Multimedia Zeitalter vielen Ansprüchen gerecht werden und ist von Hause aus mit W-Lan ausgestattet.

Somit können Bilder und Inhalte schnell per hauseigener "Camera Connect" App heruntergeladen und in den sozialen Netzwerken geteilt werden.

Anmerkung: Die App steuert auch die Aufnahme von Fotos und gewährt Zugriff auf die wichtigsten Funktionen ( Zeit, Blende etc.)

Bilddateien werden ausschließlich im jpg Format heruntergeladen. 

Video:

Die Kamera zeichnet in 1980x1280/60 auf (Full HD)

Somit sind auch Slow Motion Effekte möglich. 

Integriert ist auch ein anpassbares Programm für Zeitraffer Aufnahmen, mit diversen Presets.

Nicht möglich ist der Anschluss eines externen Mikrofons, sehr wohl aber (bei Bedarf) die manuelle Tonaussteuerung.

Auch Wind/Basscut Filter sind integriert und bei Bedarf zuschaltbar.

Da ich die Kamera zum Fotografieren benutze, stört mich der fehlende Mic. Anschluss nicht.

Gut finde ich auch, dass im Videomodus der Touchfokus funktioniert.

Damit sind bei lichtstarken Optiken superschöne Schärfeverlagerungen möglich.

Bokeh eingeschlossen. Wer sich also ein wenig mit den Videofunktionen beschäftigt, wird wirklich sehr schöne Aufnahmen produzieren.

Fazit:

Mit der EOS-M100 bekommt man viel Kamera für wenig Geld. Ausgestattet mit einer hohen Auflösung von 24 Megapixeln, sehr schnellem Autofokus, Digic 7 Prozessor und Dual Pic Autofokus gelingen hochwertige Aufnahmen.

Wem die EF-M Optiken zu teuer sind, dem sei ein Objektivadapter empfohlen.

Auf dem Gebrauchtmarkt gibt es viele, sehr günstige und gute EF/Ef-S Optiken.

Das geringe Gewicht der Kamera von knapp 350 Gramm macht sie für mich zum idealen Reisebegleiter.

Wer den Sucher vermisst, dem seien andere Modelle aus der EOS M Reihe empfohlen.

Die sind dann aber auch deutlich teurer und schwerer.

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