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Vom Rheinland an den Lago Maggiore (April 2017)

Quelle: Google Maps
Quelle: Google Maps

Schnell sollte es gehen.

Also nicht ewig im Auto hocken und trotzdem in einer Gegend ankommen, in der Palmen wachsen und wo das Wetter besser ist als in Deutschland.

Klar, wir hätten uns in ein Flugzeug nach Mallorca setzen können. Wollten wir aber nicht. Na egal.

Der Entschluss fiel schnell und wir starteten nach Bella Italia.

Ich liebe dieses Land! Wir? Jahaaa... meine damalige Freundin und ich.

Andere Geschichte.

Kein schönes Bild. Ist ja auch kein schönes Wetter. Dokumentiert nur meine Laune.
Kein schönes Bild. Ist ja auch kein schönes Wetter. Dokumentiert nur meine Laune.

Es ist  der 16.04.2017 und in Kerpen ist ein Wetter zum abgewöhnen.

13 Grad und Regen.

Ein Grund mehr, schnell die Sachen zu packen, noch ein paar Dinge einzukaufen, damit wir endlich Deutschland den Rücken kehren können.

Die Altstadt von Ribeauville
Die Altstadt von Ribeauville

Wir fahren los und mir fällt ein, dass ich noch die Klimaanlage meines alten 316er Compact füllen lassen wollte. Habe mich bei den Temperaturen dagegen entschieden. Braucht jetzt eh kein Mensch.

Der Verkehr ist gering und wir fahren morgens gegen 11.00 los. Rauf auf die A1 und Richtung Süden. Wir wechseln auf die A61/A5 und kommen gegen Mittag im Elsaß an. Besseres Wetter? Pustekuchen.

Ribeauville ist genauso schön, wie ich es in Erinnerung hatte. 1997 hatte ich hier mal beruflich zu tun. Eine grandiose Altstadt. Wir fotografieren uns nen Wolf und merken kaum, wie die Zeit vergeht.

Es gibt einfach so viel zu sehen.

Fast auf jedem Hausdach sehen wir Storchennester.

Wie schön, diese großen Vögel beobachten zu können. In Deutschland ist mir das in der Menge noch nicht aufgefallen. Aber ich komme ja auch gebürtig aus dem Ruhrgebiet. Nicht zwingend eine Homebase für diese grazielen Tiere.

Wir sagen au revoir und machen uns auf den Weg nach Weil am Rhein.

Dort hatte ich ein Zimmer im Carat Hotel reserviert. Ich erwähne das deswegen, weil es direkt am Grenzübergang zur Schweiz liegt.

Am späten Nachmittag erreichen wir unser Hotel und mir fällt auf, dass ich langsam in den Urlaubsmode geschaltet habe. Zwar ist auch hier das Wetter unverändert, aber Ribeauville, als auch die Fahrt nach Weil am Rhein sorgen für Urlaubsstimmung. Das Hotel ist wirklich  gut und wir genehmigen uns ein Abendessen im hauseigenen Restaurant.

Ähm ja....auch Techniker wie ich  müssen hier einen kleinen Moment überlegen.
Ähm ja....auch Techniker wie ich müssen hier einen kleinen Moment überlegen.

Nach dem Essen geht es zügig in`s Bett. Das Zimmer ist wirklich riesig und sehr modern. Von hier oben kann man den Grenzübergang sehen.

Ich packe meine Sachen aus dem Koffer, als ich plötzlich einen spitzen Schrei aus dem Badezimmer höre. WtH?

An der Badezimmertüre angekommen frage ich was los ist und kann mich vor Lachen kaum halten. Wir wohnen halt in einem modernen Hotel.....da ist das Bidet in die Toilette integriert.

???
???

Alles per Wandpanel und LCD Display bedienbar.  :-))

ZehnMinuten später haben wir die Bedienung verstanden und der Toilette diese Eigenschaft erst einmal abgewöhnt.

Nach einer erholsamen Nacht checken wir aus, nicht ohne vorher noch mal richtig gut gefrühstückt zu haben. Das intercontinentale Buffet verdient seinen Namen zu Recht und lässt keine Wünsche offen.

Wir bepacken das Auto und steuern vom (kostenlosen) Parkplatz Richtung Schweizer Grenze. Zum Wetter sage ich nichts.

Der Weg nach Norditalien ist simpel. Hinter der Grenze geht`s auf die A2.

That`s it. Wir nehmen den Gotthard Tunnel, da der Pass im April noch wegen Schnee gesperrt ist.

Habe schon viel über diese berühmte Alpenstraße gelesen und nehme mir vor, dass ich sie noch mal mit dem Motorrad überqueren möchte.

Die Wartezeit vor der 17 KM langen Röhre beträgt eine knappe Stunde. Seit dem schweren Unglück vor einigen Jahren hat man sich dazu entschieden, die Einfahrt über ein Ampelsystem zu regeln, damit sich nicht zu viele Fahrzeuge im Tunnel befinden. Die Ampelphasen betragen wenige Minuten, so dass sich regelmäßig Staus bei der Einfahrt bilden. Von daher ist es ganz gut, antizyklisch zu reisen.

Die Gotthard Raststätte.  Im Hintergrund der Gipfel, noch schneebedeckt.
Die Gotthard Raststätte. Im Hintergrund der Gipfel, noch schneebedeckt.

Wir sind an der Reihe sind und es geht in den Tunnel. Ich hege die leise Hoffnung, dass sich die Sache mit dem Wetter noch ändert. Etwa auf der Hälfte der Strecke trifft mich fast der Schlag. Ich zucke zusammen, weil die "Tunnelbetreiber"  mein Autoradio "gehackt" haben. Es folgen Sicherheitshinweise in vier verschiedenen Sprachen zum Verhalten im Pannenfall. Alter Schwede. Geht das auch leiser? 

Die Röhre spuckt uns aus und.....tadaaa:

Urlaubswetter.

Schon krass.

Es sind 24 Grad und vom Beifahrersitz kommt die Frage nach der Klimaanlage.

Upps.

Es geht weiter auf der A2 und gegen frühen Nachmittag erreichen wir das Nordufer des Lago Maggiore. Noch befinden wir uns in der Schweiz. Wir nehmen die  Uferstraße und haben einen grandiosen Blick auf den See links von uns.

Das Schweizer Ufer. Tunnel und Aufzüge führen den Gast an den See.
Das Schweizer Ufer. Tunnel und Aufzüge führen den Gast an den See.

Hoppla. Mitten in einer Rechtskurve überqueren wir die italienische Grenze. Total unspektakulär. Eine hochgeklappte  Schranke, ein Wachhaus, niemand da. Ich liebe Europa und wir sind in Italien. Merkt man sofort. Während das Ufer des Lago auf der Schweizer Seite von mondänen Villen und Kurkliniken gesäumt ist, findet man auf der italienischen Seite Einfamilienhäuser und Ferienwohnungen. Es ist einfach richtig schön und ich fühle mich hier sehr wohl. Die Schweiz ist chic und teuer, Italien ist chic und lässig. Entspannt cruisen wir die Uferstraße weiter, ab und zu unterbrochen von einem entgegenkommenden Reisebus, der sich auf der engen Straße um die Felsvorsprüngedrücken muss.

Blick von der Terrasse.
Blick von der Terrasse.

Am frühen Nachmittag erreichen wir unser Ziel, das 

Hotel Pesce d‘Oro in Verbania-Pallanza.
Es befindet sich unmittelbar an der Uferpromenade und liegt so günstig, dass man fußläufig in‘s Zentrum gelangt. Wir werden sehr freundlich empfangen und bekommen ein hervorragendes Zimmer mit Terrasse zur Seeseite. Irgendwie läuft alles richtig gut. Kein Stau, ein sehr schönes Hotel direkt am See und das Wetter spielt auch mit.
Via P. Troubetzkoy Verbania Pallanza. Hotel Pesce d`Oro. Foto: Marcus Buchholz
Die Via P. Troubetzkoy am Hotel Pesce d`Oro.

Wir schlendern die Via P. Troubetzkoy in Richtung Ortsmitte und gelangen nach ca. 1000 m in`s Zentrum von Verbania-Pallanza. Auf dem Weg dorthin kommen wir an einem Freibad, sowie einem kleinen Sandstrand vorbei und erreichen nach ca. weiteren 400 m den Anleger der Seeschiffahrt. Empfehlung: Kauft Euch ein Tagesticket, um den ganzen Tag kreuz und quer fahren zu können. Die Schiffe halten u.a. an den drei größten Borromäischen Inseln (Isola dei Pescatori, Isola Bella, Isola Madre).

Weitere Haltestellen sind: Baveno, Stresa, Verbania-Intra, Villa Taranto...

Um die Inseln besichtigen zu können, muss ein extra Ticket gelöst werden, was sich aber auf jeden Fall lohnt, da allein der Palast auf der Isola Bella einen Besuch wert ist.

Vom Hafen in Verbania Intra verkehrt auch die einzige Autofähre über den See, die enorm Zeit und Kilometer spart. Sie verbindet Intra mit Lavenno. Auch einen Besuch wert ist der Wochenmarkt in Intra. Selten habe ich ein so reichhaltiges Angebot an frischen Lebensmitteln gesehen.

Die Treppe zur Isola Madre am Fähranleger. Lago Maggiore. Borromäische Inseln. Copyright Foto: Marcus Buchholz
Paradiesisch: Über diese Treppe betritt man die Isola Madre.

Steigt man am Haltepunkt Villa Taranto aus, so sollte ein Besuch im Garten der Villa nicht fehlen.

Hier, wie auch auf den Borromäischen Inseln kann man tropische Vegetation und Gartenkunst bestaunen. Mein persönliches Highlight waren die Parks auf der Isola Madre und der Isola Bella.

Schiffsanleger Lago Maggiore. Hinweisschilder.
Klar zur Abfahrt: So einfach geht Fahrplan :-)
Stresa am Lagomaggiore. Luxushotel am Lungolago. Copyright Foto: Marcus Buchholz
Very British: Eines der Luxushotels am Lungolago

Stresa:

Was für ein Ort.

Die Promenade (der Lungolago) ist Flaniermeile und Treffpunkt zugleich.

Wer das dolce Vita erleben möchte, der/die setze sich in eines der zahlreichen Cafe`s.

Entlang der Promenade befinden sich diverse Luxushotels, deren englischer Einfluß unverkennbar ist.

Stresa hat echt was und wir wandern aus der City hinauf in die höhergelegenen Stadteile. Der Blick von dort oben auf den See ist imposant.

Nach einem langen und schönen Tag sind wir hundemüde und nehmen das letzte Schiff zurück nach Pallanza.

Erkenntnis des Tages: Die Zeit vergeht viel zu schnell.

Zurück nach Pallanza
Zurück nach Pallanza

Zurück im

Pesce d `Oro, gönnen wir uns zum Abschluss des Tages ein hervorragendes Essen im Hotel eigenen Restaurant.

Wir lachen viel und fallen todmüde in unser Bett.

Wie gesagt, die Zeit vergeht...

Unser letzter Tag ist da und weil meine weibliche Reisebegleitung Fan von italienischem Design ist, statten wir dem Alessi Werksverkauf in Omegna noch einen Besuch ab. Der Knaller. Weltberühmtes, italienisches Design zu Outlet Preisen. Da sich der Orta See in direkter Nähe befindet, umrunden wir ihn und lassen den Tag im Restaurant Venus in Orta San Giulio ausklingen.

Unfassbar schön ist es hier. Ein kleiner, zauberhafter Ort. Wir lassen unsere kurze intensive Reise mit Blick auf den See Revue passieren. Wie viel man erleben kann...

Am nächsten morgen geht es zurück nach Kerpen und wir fahren die Strecke Non Stop.

Orta San Giulio und die Isola San Giulio verdienen einen eigenen Artikel.

Und ich werde wiederkommen.

Versprochen.

 

Ciao Verbania.


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